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Das Problem: Technisch gut, inhaltlich missverstanden

Deine Website rankt für relevante Suchbegriffe. Deine Fachartikel werden gelesen. Trotzdem taucht dein Unternehmen nicht als Quelle in KI-Antworten auf. Deine Expertise wird nicht als verlässlich eingestuft. Potenzielle Kunden finden dich – verstehen aber nicht sofort, wofür du stehst. Das liegt selten an den Inhalten selbst. Sondern daran, wie diese Inhalte maschinenlesbar aufbereitet sind.

Strukturierte Daten helfen Suchmaschinen und KI-Systemen, Inhalte richtig einzuordnen. Sie liefern Kontext:

  • Wer steht hinter einer Website?
  • Worum geht es auf einer Seite?
  • Welche Inhalte sind zentral, welche ergänzend?

Gerade für B2B-Websites ist das entscheidend. Denn hier geht es selten um schnelle Klicks, sondern um Vertrauen, fachliche Einordnung und klare Positionierung.

Strukturierte Daten ersetzen keine Inhalte. Aber sie sorgen dafür, dass Inhalte richtig verstanden werden – und sind damit eine zentrale Grundlage dafür, wie sichtbar deine Marke in KI-Systemen überhaupt wird.

Strukturierte Daten kurz erklärt (ohne Technikballast)

Strukturierte Daten sind zusätzliche Informationen im Quellcode einer Website, meist im Schema.org-Format. Sie beschreiben Inhalte in einer standardisierten Form, die Maschinen eindeutig interpretieren können.

Beispiele:

  • „Das ist ein Unternehmen mit diesem Namen, an diesem Standort.“
  • „Das ist ein Fachartikel von dieser Autorin, veröffentlicht an diesem Datum.“
  • „Das ist eine FAQ mit diesen konkreten Fragen und Antworten.“
  • „Das ist eine Dienstleistung mit dieser Beschreibung.“

Suchmaschinen und KI-Systeme nutzen diese Informationen, um Inhalte besser zu interpretieren – unabhängig von Design oder Layout. Sie lesen nicht „zwischen den Zeilen“, sondern verlassen sich auf explizite Markierungen. Das gilt besonders für KI-Crawler, die Inhalte automatisiert erfassen, gewichten und weiterverarbeiten.

Warum Webflow hier besondere Chancen (und Risiken) hat

Webflow ist visuell, flexibel und performant. Genau das ist eine Stärke – aber auch eine typische Schwachstelle bei strukturierten Daten.

Die Chancen:

  • Vollständige Kontrolle über HTML-Struktur und Custom Code
  • Saubere Trennung von Inhalt und Darstellung
  • Individuelle Schema-Implementierungen ohne Plugin-Abhängigkeiten
  • CMS-Integration ermöglicht skalierbare Schema-Ausgabe
  • Seite Ende 2025 gibt es ein eigenes Feld für Strukturierte Daten, in jeder Seite (statische & dynamische Seiten)  

Die Risiken:

  • Strukturierte Daten werden im Design-Prozess vergessen
  • CMS-Templates sind nicht von Anfang an schemafähig aufgebaut
  • JSON-LD wird unkoordiniert in Page Settings verschiedener Seiten eingefügt
  • Fehlende zentrale Verwaltung führt zu Inkonsistenzen

Das Ergebnis: Technisch hervorragende Websites, die inhaltlich unter Wert verstanden werden.

Schnellstart: Die ersten 3 Schritte

Bevor du in Details einsteigst, sollten diese Grundlagen stehen:

1. Organization-Schema global einbinden
Füge im Site Settings > Custom Code (Footer) ein zentrales Organization-Schema ein. Das definiert dein Unternehmen einmalig für die gesamte Website.

2. CMS-Felder vorbereiten
Wenn du Blog-Artikel oder Magazin-Content hast: Lege im CMS separate Felder für Autor, Publikationsdatum und Meta-Description an. Nicht nachträglich aus anderen Feldern zusammenbauen.

3. Ein Testing-Workflow
Nutze den Google Rich Results Test und den Schema Markup Validator nach jeder größeren Änderung.

Welche strukturierten Daten für B2B-Websites wirklich relevant sind

Nicht jedes Schema ist sinnvoll. Für B2B-Websites haben sich einige Typen besonders bewährt.

JSON-LD Feld in Webflow

Organization / LocalBusiness

Dieses Schema ist die Basis jeder professionellen B2B-Website. Es definiert unter anderem:

  • Unternehmensname
  • Logo (wichtig: sollte im richtigen Format vorliegen)
  • Offizielle URL
  • Social Media Profiles
  • Standort(e) mit vollständiger Adresse
  • Kontaktinformationen

Best Practice:

Ein zentrales Organization-Schema, global eingebunden (z. B. im Footer über Site Settings > Custom Code). Nicht auf jeder Seite neu definieren.

Webflow-Umsetzung:

Füge das Schema als JSON-LD hier ein: Site Settings > Custom Code > Footer Code.

Minimales Beispiel:

{
 "@context": "https://schema.org",
 "@type": "Organization",
 "name": "Dein Unternehmensname",
 "url": "https://deine-domain.de",
 "logo": "https://deine-domain.de/logo.png",
 "contactPoint": {
   "@type": "ContactPoint",
   "telephone": "+49-xxx-xxxxxx",
   "contactType": "customer service"
 }
}

Article / BlogPosting

Für Magazin- und Wissensinhalte unverzichtbar. Wichtig sind hier:

  • Klar definierter Autor (idealerweise als Person-Schema verknüpft)
  • Veröffentlichungsdatum und ggf. Änderungsdatum
  • Hauptthema (headline, description)
  • Publisher (Verknüpfung zur Organization)
  • Hauptbild mit korrekten Dimensionen

Gerade für Fachartikel stärkt das die inhaltliche Glaubwürdigkeit und erhöht die Chance, als Quelle zitiert zu werden.

Best Practice:

Baue das Article-Schema direkt in dein CMS-Template ein. Nutze Webflows Dynamic Embeds oder Custom Code in den Collection Page Settings.

Webflow-Umsetzung:

In den Collection Template Settings > Custom Code (Before </body> tag) kannst du dynamische Felder einbinden:

FAQPage

FAQ-Schemata sind sinnvoll, wenn:

  • echte, häufig gestellte Fragen beantwortet werden
  • die Inhalte auch für Nutzer:innen sichtbar auf der Seite stehen
  • sie thematisch klar eingegrenzt und relevant sind
  • Frage und Antwort jeweils eindeutig formuliert sind

Woran du künstliche FAQs erkennst:

  • Fragen klingen wie Marketing-Copy („Warum sind wir die besten?“)
  • Antworten sind reine Werbetexte
  • FAQ-Block steht isoliert am Seitenende ohne thematischen Bezug
  • niemand würde diese Fragen tatsächlich so stellen

Best Practice:

Nutze FAQPage nur auf dedizierten FAQ-Seiten oder Service-Seiten, wo echte Kundenfragen beantwortet werden. Nicht auf jeder Seite einen FAQ-Block für SEO-Zwecke einfügen.

Webflow-Umsetzung:

Du kannst FAQs als eigene CMS-Collection anlegen (mit Feldern „Question“ und „Answer“) und dann per Collection List dynamisch ausspielen – sowohl visuell als auch als Schema.

Service / Product (mit Maß)

Für B2B-Dienstleistungen kann ein Service-Schema sinnvoll sein – allerdings nur, wenn Leistungen klar und konkret beschrieben sind.

Wann Service-Schema sinnvoll ist:

  • Du hast dedizierte Landingpages pro Dienstleistung
  • Die Leistung ist klar definiert und abgrenzbar
  • Die Beschreibung ist sachlich, nicht rein werblich
  • Es gibt konkrete Details (Umfang, Ablauf, Voraussetzungen)

Wann du darauf verzichten solltest:

  • Zu generische Services („Beratung“, „Strategie“ ohne Details)
  • Marketingformulierungen statt Leistungsbeschreibung
  • Fehlende Abgrenzung zwischen mehreren Services
  • Services sind nicht als eigenständige Seiten angelegt

Weniger ist hier oft mehr. Lieber drei gut ausgezeichnete Services als zehn vage definierte.

Best Practices für strukturierte Daten in Webflow

1. Struktur vor Schema

Strukturierte Daten funktionieren nur so gut wie die Inhalte selbst.

Best Practice:

  • Klare Seitenhierarchie (H1 → H2 → H3) ohne Sprünge
  • Eindeutige Seitenintention (One Topic per Page)
  • Saubere Textstruktur, die auch ohne Schema verständlich ist

Schema ist kein Ersatz für saubere Inhalte – sondern deren Verstärker. Wenn deine Seite keine klare Struktur hat, wird auch das beste Schema nicht helfen.

2. Zentrale Pflege statt Fragmentierung

Ein häufiger Fehler in Webflow-Projekten: JSON-LD wird auf einzelnen Seiten „dazugepackt“, ohne Überblick über die Gesamtstruktur.

Besser:

  • Globale Schemas (Organization, WebSite) zentral im Footer pflegen
  • Dokumentiere, wo welches Schema liegt (z. B. in einem Notion-Doc oder README)
  • Keine doppelten oder widersprüchlichen Angaben

Webflow-spezifisch:
Nutze die drei Ebenen konsequent:

  1. Global Site Settings > Custom Code:
    Globale Schemas wie Organization
  2. Dynamische Template > Custom Code:
    Schemas für alle Items dieser Collection
  3. Statische Seiten > Custom Code:
    Nur für einmalige, seitenspezifische Schemas

3. CMS-Felder bewusst nutzen

Das Webflow-CMS eignet sich hervorragend für strukturierte Daten – wenn Felder von Anfang an mit Schema-Ausgabe im Hinterkopf angelegt werden.

Empfohlene CMS-Struktur für Blog/Magazin:

  • Name: wird zur Headline im Article-Schema
  • Slug: automatisch, für URLs
  • Main Image: wird zum Image im Article-Schema (mindestens 1200px breit)
  • Author (Reference): Verknüpfung zu Authors-Collection
  • Publish Date: automatisch („Created On“) oder manuell
  • Meta Description (Plain Text): max. 160 Zeichen, wird zu description

So lassen sich Schemas konsistent und skalierbar ausspielen, ohne bei jedem neuen Artikel manuell eingreifen zu müssen.

4. Nicht alles auszeichnen, was möglich ist

Nur weil es ein Schema gibt, musst du es nicht einsetzen.

Fragen zur Orientierung:

  • Hilft dieses Schema beim Verstehen der Seite?
  • Unterstützt es deine Positionierung?
  • Ist der Inhalt wirklich eindeutig und korrekt abgebildet?
  • Würdest du dich wohlfühlen, wenn eine KI genau diese Information als Fakt wiedergibt?

Wenn nicht: weglassen. Qualität vor Quantität.

Strukturierte Daten, SEO und KI: der größere Zusammenhang

Strukturierte Daten wirken heute auf mehreren Ebenen:

  • Klassische Suche:
    Rich Results, bessere Einordnung in SERPs
  • Semantisches Verständnis:
    Kontext für Topic Clustering und Entitätserkennung
  • KI-Systeme:
    Grundlage für Answer Engines und LLM-basierte Zusammenfassungen

Gerade im Zusammenspiel mit klaren Texten, konsistenter Themenführung und externen Erwähnungen erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, als verlässliche Quelle wahrgenommen zu werden.

Sie sind kein Ranking-Hack. Aber sie reduzieren Interpretationsspielraum – und das ist zunehmend entscheidend, wenn es darum geht, in KI-Antworten systematisch sichtbar zu werden.

Häufige Fehler bei strukturierten Daten in Webflow

1. Mehrere widersprüchliche Schemas

Das Problem:
Auf der Homepage steht ein Organization-Schema mit Firmennamen „Musterfirma GmbH“. Im Footer-Code einer Unterseite steht ein zweites mit „Musterfirma“. Im Blog-Template wird auf einen dritten Namen referenziert.

Warum das schadet:
Widersprüchliche Angaben verwässern die Aussage. Suchmaschinen wissen nicht, welche Information korrekt ist, und ignorieren im Zweifel beide.

Wie du es prüfst:
Suche in Webflow-Custom-Code nach "@type": "Organization". Stelle sicher, dass diese Information nur einmal, zentral definiert ist. Alle anderen Stellen sollten darauf referenzieren, nicht neu definieren.

Tool-Tipp:
Der Google Rich Results Test zeigt dir, welche Schemas auf einer Seite erkannt werden. Teste mehrere Seiten und prüfe auf Inkonsistenzen.

2. Copy-Paste aus Schema-Generatoren

Das Problem:
Automatisch generierte Schemas aus Online-Tools werden 1:1 übernommen, ohne Anpassung an die tatsächliche Seitenstruktur.

Warum das schadet:
Generic Schemas passen selten zur individuellen Content-Struktur. Felder bleiben leer, Datumsformate stimmen nicht, URLs sind Platzhalter.

Besser:
Nutze Generatoren als Startpunkt, passe dann aber jedes Schema an deine konkrete Webflow-Struktur an. Teste mit echten Daten aus deinem CMS.

Checkliste: Strukturierte Daten in Webflow implementieren

Grundlagen (einmalig):

  • Organization-Schema im Site Footer angelegt
  • Logo, Kontaktdaten, Social Profiles korrekt hinterlegt

CMS-Setup (pro Content-Type):

  • Relevante Felder im CMS angelegt (Autor, Datum, Description)
  • Article-Schema im Collection Template implementiert
  • Dynamische Felder korrekt verknüpft
  • Test-Artikel veröffentlicht und validiert

Laufende Pflege:

  • Neue Seiten mit passendem Schema versehen
  • Quarterly Review: Sind alle Schemas noch aktuell?
  • Bei größeren Änderungen (Relaunch, neue Content-Typen): Schemas anpassen

Fazit

Webflow bietet hervorragende Voraussetzungen für strukturierte Daten – wird in der Praxis aber selten konsequent genutzt. Für B2B-Websites liegt hier enormes Potenzial. Nicht durch Masse oder technische Spielereien, sondern durch:

  • Saubere Inhalte
  • Klare Struktur
  • Gezielt eingesetzte Schemas

Strukturierte Daten sind kein SEO-Trick. Sie sind ein Mittel, um Verständlichkeit, Vertrauen und Sichtbarkeit zu stärken – für Suchmaschinen und für KI-Systeme.

Nächste Schritte:

Beginnen Sie mit dem Organization-Schema. Dann CMS-Template für Artikel. Alles andere kann später folgen. Lieber wenige Schemas sauber implementiert als viele halb fertig.

Häufig gestellte Fragen zu Strukturierten Daten

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